Strukturprüfung

Welche Unterlagen für eine belastbare Strukturprüfung benötigt werden.

Eine gute Strukturprüfung beginnt nicht mit einer fertigen Lösung, sondern mit einem geordneten Bild der Ausgangslage. Für Wegzug, Gründung, Stiftung, Holding, Banking oder KYC müssen Personen, Gesellschaften, Vermögen, Verträge, Steuerpositionen und Zahlungsflüsse zusammen betrachtet werden.

Personen und Ansässigkeit

  • Beteiligte Personen mit Wohnsitz, Staatsangehörigkeit, gewöhnlichem Aufenthalt und geplanter Veränderung.
  • Rollen: Gesellschafter, Geschäftsführer, Stifter, Founder, Council, Protector, Begünstigte, wirtschaftlich Berechtigte.
  • Bestehende Aufenthalts-, Visa-, Steueransässigkeits- oder Wegzugsunterlagen.
  • Familien- und Nachfolgebezug, soweit er für Stiftung, Begünstigte oder spätere Ausschüttungen relevant ist.

Gesellschaften und Beteiligungen

  • Organigramm mit Beteiligungsquoten, Stimmrechten, Vetorechten und Kontrollwegen.
  • Registerauszüge, Gesellschaftsverträge, Satzungen, Shareholder Agreements und Beschlüsse.
  • Jahresabschlüsse, Steuererklärungen, Unternehmensbewertungen und Beteiligungshistorie.
  • Angaben zu Geschäftsleitung, tatsächlichen Entscheidungsorten, Personal, Räumen und Dienstleistern.

Vermögen und Herkunft

  • Übersicht über Beteiligungen, Immobilien, Bankvermögen, Wertpapiere, digitale Vermögenswerte und Darlehen.
  • Nachweise zur Vermögensentstehung: Verkauf, Dividenden, Gehalt, Erbschaft, Schenkung, Unternehmensgewinne oder Investments.
  • Nachweise zu konkreten Mittelbewegungen: Kontoauszüge, Kaufverträge, Darlehen, Ausschüttungen, Einlagen oder Übertragungen.
  • Dokumentation, ob Vermögen privat, gesellschaftlich, stiftungsnah oder treuhänderisch gehalten wird.

Steuer- und Strukturfragen

  • Wegzug, Exit Tax, erweiterte beschränkte Steuerpflicht und fortbestehende deutsche Interessen.
  • Hinzurechnung, passive Einkünfte, Substanz, Geschäftsleitung, Betriebsstätte und DBA-Fragen.
  • Einbringung, Anteilstausch, Holding, Sperrfristen, Bewertung und Nachweispflichten.
  • Gemeinnützigkeit, Vermögensbindung, Mittelverwendung, Begünstigte und laufende Governance.

Ergebnis

  • Priorisierte Unterlagenliste statt pauschaler Dokumentenanforderung.
  • Risikomatrix mit offenen steuerlichen, rechtlichen, bankseitigen und organisatorischen Punkten.
  • Entscheidungsgrundlage, ob Gründung, Wegzug, Stiftung, Holding oder Bankkontakt vorbereitet werden kann.
  • Klare Abgrenzung, welche Punkte lokal oder berufsrechtlich gesondert zu prüfen sind.
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