Fehler-Matrix

Die meisten Strukturfehler entstehen nicht bei der Rechtsform, sondern bei Reihenfolge, Fakten und Dokumentation.

Diese Matrix übersetzt typische Marktfragen in eine saubere Prüfung. Sie zeigt, wo Holding, Stiftung, GmbH & Co. KG, Wegzug, Bankfähigkeit, Banking und Governance regelmäßig scheitern können.

Sechs Fehlerfamilien

Reihenfolge

Zu früh gegründet, zu spät geprüft

Eine Holding, Stiftung oder Auslandsgesellschaft wird errichtet, bevor Übertragung, Bewertung, Sperrfristen, Wegzug und Banking geprüft sind.

UmwStG

Sperrfristen unterschätzt

Einbringung und Anteilstausch können mit siebenjährigen Nachversteuerungsrisiken verbunden sein. Verkauf, Umstrukturierung oder Stiftungstransfer müssen vorher auf die Fristenkarte.

AStG

Wegzug nur privat gedacht

Der Wohnsitzwechsel eines Gesellschafters kann zugleich Beteiligungs-, Geschäftsleitungs-, Betriebsstätten- und Funktionsverlagerungsthemen auslösen.

Banking

Steuerlich plausibel, bankseitig nicht erklärbar

Banken prüfen wirtschaftlich Berechtigte, Mittelherkunft und Zahlungsflüsse. Ein Organigramm ohne Nachweise trägt nicht.

Governance

Familienregeln fehlen

Ohne Informationsrechte, Ausschüttungslogik, Rollen, Beirat, Geschäftsführung und Konfliktmechanik entstehen später steuerliche und familiäre Folgeprobleme.

Versprechen

Steuerersparnis ohne Nebenbedingungen

Strukturen sind nie nur Steuersätze. Sie brauchen Substanz, Dokumentation, Kostenkontrolle, rechtliche Umsetzung und laufende Pflege.

Risikomatrix nach Umsetzungsschritt

  • Vor Gründung: Motiv, Vermögensarten, Beteiligungen, Wohnsitze, Familienstatus und Bankbezug aufnehmen.
  • Vor Übertragung: Bewertungslogik, Steuerwert, Gegenleistung, Darlehen, Schenkung, Kaufpreis und Sperrfristen prüfen.
  • Vor Wegzug: § 6 AStG, § 2 AStG, Ort der Geschäftsleitung, Betriebsstätte, DBA und CFC-Risiken dokumentieren.
  • Vor Ausschüttung oder Spende: Empfängerstatus, Höchstbeträge, vGA-Risiko, Beschlusslage und Mittelverwendung prüfen.
  • Nach Umsetzung: Review-Kalender, Tax-CMS, KYC-Update, Registerpflichten und Dokumentenablage aufsetzen.

Gegenmaßnahmen

Memo

Strukturmemo vor Unterschrift

Kein endgültiger Schritt ohne Beschreibung von Sachverhalt, Ziel, Alternativen, offenen Punkten und Steuerfolgen.

Matrix

Ampellogik statt Bauchgefühl

Jedes Risiko erhält Status, Auswirkung, Unterlagenbedarf, Verantwortlichkeit und nächsten Entscheidungspunkt.

Kalender

Sperrfrist- und Review-Kalender

Einbringung, Wegzug, Stiftung, Bank und Registerpflichten brauchen eigene Wiedervorlagen.

Nachweis

Bank- und Steuerdokumentation zusammenführen

Organigramm, Zahlungsflüsse, Beschlüsse, Verträge und Source-of-Wealth-Narrativ müssen zueinander passen.

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